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| Favianis (Mautern) |
Augustiana (Traismauer) |
Comagena (Tulln) |
Cannabiaca? (Zeiselmauer) |
Vindobona (Wien) |
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| Carnuntum | Braunsberg | Cetium (St.Pölten) |
Höflein |
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| Virunum? (Magdalensberg) |
Virunum (Zollfeld) |
Teurnia (St.Peter in HolZ) |
Aguntum | Lavant |
Aguntum
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Das Municipium Claudium Aguntum lag wenige Kilometer östlich des heutigen Lienz. Die Stadt wurde nicht nach einem Rastersystem geplant, sondern entstand aus einer früheren Siedlung.
Die ältesten Mauern werden um die Zeitwende datiert. Unter Tiberius Claudius Nero Germanicus (Claudius) (41 – 54 n. Chr.) erfolgte die Erhebung zum Municipium.
Das 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. war für Aguntum die friedlichste und wirtschaftlich beste Zeit. Im 3. Jahrhundert fand mindestens um das Jahr 275 eine Verwüstung – vermutlich durch Alamannen – statt. Um das Jahr 400 wurde die Stadt erneut – vermutlich durch von den Hunnen flüchtende Germanen – zerstört.
Die Stadt wurde danach wieder aufgebaut. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Stadt – diesmal durch die Hunnen selber – verwüstet.
Die Stadt ging bei der Schlacht der Bajuwaren gegen die Slawen um das Jahr 610 n. Chr. endgültig unter. Vermutlich hat sich die Bevölkerung bereits ab dem 3. Jahrhundert – mindestens zeitweise – in die umliegenden Höhensiedlungen – wie Lavant – zurückgezogen.
Heute ist die ganze Ausdehnung von Aguntum noch nicht bekannt. Dies auch, weil der Debantbach seinen Lauf verändert hat und jetzt durch Teile der Stadt fliesst.
Folgendes ist heute noch zu sehen: Vor der Stadt befinden sich eine frühchristliche Grabkapelle und Häuser der Vorstadt. Die Stadtmauer wurde um das Jahr 150 n. Chr. erbaut. Interessant ist, dass bis heute keine Ecken gefunden wurden und die Türme Fenster und Türen auf der Aussenseite aufweisen. Es könnte sich deshalb um eine Repräsentationsmauer gehandelt haben.
Das Atriumhaus wurde nach mediterranem Muster erstellt: Einige Räume gruppierten sich um ein Atrium. Weitere Räume dienten wohl als Bad. Zudem wurde das Peristylium mit Wasserkanal freigelegt. Das Handwerksviertel bestand aus einfachen Häusern. Diese bestanden oftmals nur aus zwei Räumen, einem Küchenwohnraum und einer Werkstatt mit Feuerstelle.
Die grosse Therme wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Nach einer Zerstörung wurde diese Therme neu aufgebaut. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts wurden sie im Norden erweitert.
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| Im Steinsarkophag wurden zwei Skelette gefunden. |
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| Es ist deutlich zu erkennen, wie klein die Häuser der Handwerker waren |
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| Das Peristylium des Atriumhauses ist noch nicht vollständig konserviert worden. Hier ist der Wasserkanal zu erkennen, welcher einen Garten umgab. |
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| Diese Fotografie wurde vom Stadtäusseren aufgenommen. Die Fenster befanden sich auf dieser Seite. Das Westtor führte zum Decumanus Maximus. |
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| Die Thermen wiesen alle üblichen Räume auf: Apodyterium, Frigidarium, Tepidarium, Caldarium und Praefurnium. |
Braunsberg
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Die ältesten Funde vom Braunsberg bei Hainburg stammen aus dem Spätneolithikum (bis 2’000 v. Chr.) und sind beinahe 4’500 Jahre alt.
Während der älteren und jüngeren Hallstattkultur (12. Jhd. v. Chr. – 450 v. Chr.) bestand eine bedeutende oder zumindest ausgedehnte, Höhensiedlung. Dies vom 8. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. Es konnte jedoch keine Befestigung aus dieser Zeit gefunden werden.
In den Phasen C2 (200 – 120 v. Chr) bis D1 (140- 50 v. Chr.). der La-Tène-Kultur fand der Schwerpunkt der keltischen Besiedelung statt. Diese 13 Hektaren umfassende Siedlung war befestigt. Eine innenverschalte Pfostenreihe bildete die Aussenfront. An der Innenseite war eine Erdrampe aufgeschüttet. Die Siedlung wurde um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. verlassen.
Die Vermutung, dass es sich hier um dasjenige Carnuntum handelte, in welchem Tiberius Iulius Caesar Augustus im Jahr 6. n. Chr. lagerte, kann nicht bestätigt werden. Es fehlen Funde aus der Zeit Augustus.
Neben einem rekonstruierten Wallabschnitt ist insbesondere im Westen ein Überrest des Walls zu erkennen.
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| Die Thermen wiesen alle üblichen Räume auf: Apodyterium, Frigidarium, Tepidarium, Caldarium und Praefurnium. |
Carnuntum (Petronell / Bad Deutsch-Altenburg)
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Carnuntum wird in den römischen Quellen erstmals im Jahr 6 n. Chr. erwähnt. Tiberius Iulius Caesar lagerte hier in einem – bisher nicht gefassten – Militärlager für einen Zug gegen die Markomannen. In Carnuntum kreuzte die Bernsteinstrasse, welche die Ostsee mit der Adria verband, die Donau.
Unter Tiberius Claudius Nero Germanicus (Claudius) (41 – 54 n. Chr.) errichtete die Legio XV ein Standlager, welches zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. von der Legio XIV übernommen wurde. Das Lager hat bis in die Völkerwanderungszeit bestanden. In der Mitte des 4. Jahrhunderts fand eine grössere Zerstörung – eventuell durch ein Erdbeben – statt. Unter Flavius Valentinianus (Valentinian I) (364 – 375 n. Chr.) wurden hauptsächlich die militärischen Anlagen wieder aufgebaut. Im frühen Mittelalter diente das Lager vermutlich einer slawischen Bevölkerung als Siedlungsplatz.
Das Gelände des Lagers wurde bisher kaum überbaut. Allerdings verläuft die heutige Landstrasse auf der Via Principalis. Heute ist nur noch der südliche Torturm der Porta Prinicpalis Dextra (rechtes Lagertor) sichtbar. Der Rest lässt sich anhand der Geländeform erahnen, wobei der Nordteil durch die Donau abgebrochen wurde. In diesem Lager wurde der damalige Statthalter von Pannonia Superior, Lucius Septimius Severus, am 9. April 193 n. Chr. zum Kaiser ausgerufen.
Die Canabae (Lagervorstadt) befand sich im Westen, Süden und Osten des Legionslagers. An deren Ostrand wurden zwei heilige Bezirke gefunden. Der grössere war der in der syrischen Stadt Heliopolis (Baalbek) beheimateten Trias Iupiter Heliopolitanus, Venus Victrix und Mercurius (Bacchus) geweiht. Der kleinere bestand aus einem Tempel für das Götterpaar Liber und Libera. Diese Anlagen wurden vom 2. Jahrhundert n. Chr. bis in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts benutzt.
Von der Canabae ist heute nur noch das Amphitheater sichtbar. Der Bau fällt in die Zeit Lucius Aelius Aurelius Commodus (180 – 192 n. Chr.) und bot ca. 8’000 Besuchern Platz. Vermutlich wurde er jedoch in erster Linie als Exerzier- und Paradeplatz benutzt.
Am Ostrand von Petronell – westlich des Legionslagers – befand sich ein Kastell, in welchem eine 500 Mann starke Reitertruppe stationiert war. Es wurde ab der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis in das 3. Jahrhundert benutzt. Davon sind noch die Thermen, die Ostfront und die Porta Decumana (Südtor) erhalten, jedoch bis heute nicht konserviert worden und somit auch nicht sichtbar.
In einem kleinen Museum nordöstlich des Kastells ist ein Kreuzpunkt eines Abwassers- und Wasserkanals sichtbar. Zwischen dem Kastell und der Canabae lag ein Kultbezirk für Iupiter Dolichenus.
Die Zivilstadt befand sich im Westen des Kastells. Sie wurde unter Publius Aelius Hadrianus (117 – 138 n. Chr) zum Municipium (autonome Stadt) erhoben. Der Kern war ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. von einer 2 Meter starken Mauer umgeben. Die ersten Bauten stammen aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Eines der spätesten Gebäude ist der Dianatempel aus dem Begin des 4. Jahrhunderts n. Chr. Das Forum wurde bisher nicht entdeckt. Unter Lucius Septimius Severus (193 – 211 n. Chr.) wurde Carnuntum zur Colonia Septimia Aurelia Antoniniana Carnuntum erhoben.
Von der Zivilstadt sind heute einige Häuser, die Thermen und ein (vermutetes) Valetudinarium zu sehen. Zudem wurde ein Teil des Porticus, welcher die Limesstrasse begeleitete, inklusive Dianatempel rekonstruiert. Weiter im Westen liegt die sogenannte Palastruine. Es handelt sich hierbei um eine Insula, welche aus drei Teilen bestand: Thermen, Hof und (vermutetes) Macellum.
Im Südwesten der Zivilstadt sind die Reste eines Amphitheaters sichtbar. Es wurde in der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet und im 4. Jahrhundert aufgegeben. Es hatten 13’000 Zuschauer platz.
Etwas ausserhalb südwestlich der Stadt liegt das sogenannte Heidentor. Es handelt sich um einen Bau, welcher auf vier Säulen stand. Davon stehen heute noch zwei. Das Monument wurde vermutlich im 4. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Es gibt Vermutungen, das der Bau anlässlich der Dreikaiserkonferenz, welche 307 oder 308 n. Chr. in Carnuntum stattfand, erstellt wurde. Vielleicht gehört der Bogen auch zu einer Reihe von Triumphbögen, welche unter Flavius Iulius Constantius (Constantius II) (337- 361 n. Chr) errichtet wurden.
Im Osten des Lagers, bei der Marienkirche, wird ein Brückenkopfkastell vermutet. Ob die Hafenanlagen der Donauflotte (Classis Pannonica) gefasst wurde, ist mir nicht bekannt.
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| An der Südseite des Amphitheaters befand sich die Loge des Statthalters und des Legionskommandanten. |
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| Dies ist das Südtor des Amphitheaters. |
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| Dieser Tempel war vermutlich Diana geweiht. Unmittelbar vor dem Porticus verlief die Limesstrasse. |
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| Diese Häuser der Zivilstadt bestanden aus Kaufläden, Wirtschaftshöfen und Wohnhäusern. Ganz im Süden (oben) befand sich ein Garten. |
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| Im Vordergrund ist eine mögliche Rekonstruktion des Heidentores zu sehen. |
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| Im Hintergrund ist ein Teil der verstürzten Lagermauer zu erkennen. |
Höflein
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Das Kastell auf dem heutigen Kirchenberg war Bestandteil des Hinterlandes von Carnuntum.
Es hatte die Form eines Vierecks mit den Seitenlängen von 38.6 x 59 m. Die Ecken waren abgerundet. Es konnte bisher ein Turm unmittelbar ausserhalb der Nordmauer festgestellt werden.
Die Limesstrasse verlief ca. 300 m südlich. In der Nähe führte ebenfalls die Strasse von Carnuntum nach Scarabantia (Sopron) vorbei. Es wurden ebenfalls zwei Wachttürme dieser Strasse entdeckt. Ein weiterer Wachtturm gehörte vermutlich zu einer anderen Strasse.
Von diesem, zeitlich nicht datierten, Kastell ist heute nichts mehr zu sehen. Lediglich die Rekonstruktion einer römischen Grabplatte in der Mauer der Wehrkirche ist übrig geblieben.
In der Umgebung wurden zwei Gutshöfe gefunden. Einer davon stammt aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. Das Wohngebäude der Villa Rustica wies die Masse von 13 x 20 m auf. Zwei Räume wurden mit einer Kanalheizung geheizt. Der Verlauf der Fundamente dieses Gebäude ist heute im Gelände sichtbar.
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| Dieser Gutshof hatte eine typische Form für Gutshöfe in Pannonien. Die Räume gruppierten sich um einen offenen Hof. |
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| Die mittelalterliche Kirche steht heute an der Stelle des Kastells. |
Lavant
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Die älteste Keramikscherbe vom Kirchbichl von Lavant stammt aus der Zeit von 1’900 bis 1’800 v. Chr. Der Ort könnte aufgrund diverser Funde von 1’800 bis 450 v. Chr. kontinuierlich besiedelt gewesen sein.
In der Latènezeit (450 bis 15 v. Chr.) war der Kirchbichl Siedlungsfläche und Begräbnisstätte. Ob es sich hier um den direkten Vorläufer von Aguntum handelte, ist nicht sicher. Jedenfalls hat durch die Verlagerung der Siedlungsplätze ins Tal im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. die Bedeutung des Kirchbichl abgenommen.
Im 3. Jahrhundert fand wieder eine intensive Bebauung – eventuell als Folge von Germaneneinfällen – des Hügels statt. Die Blüte setzte sich ins 4. Jahrhundert fort. Im 5. Jahrhundert wurden Kirchen erstellt.
Ob der Kirchbichl als Nachfolger von Aguntum zu sehen ist, ist wieder ungesichert. Aus dem 7. und 8. Jahrhundert sind weniger Funde bekannt. Dies wird als Bevölkerungsrückgang aufgrund des Sieges der Slawen über die Bajuwaren im Jahr 610 n. Chr. gedeutet.
Folgt man der Strasse von Lavant auf den Hügel, sind folgende Gebäude zu sehen:
Eine Toranlage mit zwei Tortürmen aus dem (frühestens) 6. Jahrhundert n. Chr. Ein Wohnhaus aus der Kaiserzeit mit zwei Räumen mit Fussbodenheizung. Räume von zwei römischen Häusern, wovon einer mit einer Fussbodenheizung beheizt war.
Reste einer frühchristlichen Bischofskirche aus dem 5. Jahrhundert. Diese wurde im 5. oder 6. Jahrhundert vergrössert. Reste zweier spätantiken Häuser.
Die Pfarrkirche zum heiligen Ulrich wurde um 1’500 n. Chr. errichtet. Die erste Kirche an dieser Stelle stammt aus dem 5. Jahrhundert n. Chr.
Gebäudereste neben der Kirche stammen aus dem 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr. Ein Raum war mit einer Kanalheizung beheizt.
Unter, bzw. neben der Kirche St. Peter und Paul aus dem Jahr 1’485 sind die Fundamentreste einer Burganlage aus dem Mittelalter zu sehen. In die Kirche sind zwei Grabsteine als Spolien eingebaut worden.
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| Dieser Raum eines spätantikes Hauses wies eine Fussbodenheizung auf. Die Tubuli (Hohlziegel) waren nicht mit der Heizung verbunden und dienten der Trockenhaltung der Südwand am Hang. |
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| An der Südseite (Hangseite) sind die Reste eines spätantiken Hauses zu sehen. |
Der Limes in Österreich
Die Inbesitznahme des heutigen Österreichs erfolgte ab dem Jahre 15 v. Chr. Zuerst wurde das Gebiet westlich der Inn (Tirol und Voralberg) besetzt.
Das restliche Gebiet (Regnum Noricum) wurde spätestens ab dem Jahr 6 n. Chr. für einen Feldzug gegen die Markomannen benutzt. Dabei war sicherlich der seit dem Jahr 170 v. Chr. vereinbarte Hospitium Publicum (staatlicher Gastfreundschaftsvertrag) nützlich. Eine gewisse Romanisierung, mindestens im Innenland, war fortgeschritten.
Die Provinz Noricum wurde jedoch vermutlich erst unter Tiberius Claudius Nero Germanicus (Claudius) (41 – 54 n. Chr.) ausgerufen. Österreich bestand aus den Provinzen Raetia, Noricum, Ponnonia Superior. In der Spätantike wurden die Provinzen nochmals aufgeteilt.
Die Nordgrenze verlief entlang der Donau. Anfangs bestand offensichtlich nur eine ständige militärische Besatzung in Carnuntum. Unter den flavischen Kaisern wurde die Grenze ausgebaut. Entlang der Donau wurden Truppenlager in der Holz-Erde-Technik erstellt. Ab dem Jahr 190 n. Chr. – zum Teil auch früher – wurden die Kastelle in Stein umgebaut. Wann genau die Limesstrasse – Verbindungsstrasse der Kastelle entlang der Donau – erstellt wurde, ist mir nicht bekannt.
Gegen Ende des 1. Jahrhundertes n.Chr. wurde mit dem Bau des Legionslagers in Vindobona (Wien) begonnen. Das Legionslager in Lauriacum (Enns) wurde nach dem Jahr 180 erstellt.
Kleinere Weg- und Flussmündungen wurden mit Burgi (Wachtturmen) gesichert. Sie wurden vermutlich erst nach dem Jahr 180 erstellt.
Mit der Umgestaltung des Heeres, welche um die Mitte des 3. Jahrhunderts begann, wurde die Grenzbesatzung kleiner. In den Kastellen waren kleinere Resttruppen als Limitanei stationiert, der Rest wurde durch mobile Feldtruppen (Comitatenses) gestellt. In einer kurzen Zeit ab der Mitte des 3. Jahrhunderts – als die Vici (Lagerdörfer) vor den Kastellen noch bewohnbar waren – durften die Soldaten in den Vici wohnen. Danach zogen sich die Soldaten in einen Eckbereich der Kastelle zurück. Der Rest wurde für die Zivilbevölkerung benutzt.
In den ersten zwei Jahrhunderten sollte die Grenze eine Machtdemonstration gegen die Barbaren im Norden und eine Zollgrenze darstellen. Erst nach den Markomannenkriegen wurde die Grenze massiv verstärkt.
Die Grenze wurde mehrmals überrannt: Ab dem Jahr 167 durch die Markommannen. Die Situation wurde erst bis zum Tod von Marcus Aureulius Antoninus, bzw. durch Lucius Aelius Aurelius Commodus bereinigt. Um das Jahr 233 erfolgten Alemanneneinfälle in Reatien und Germanien. Zwischen 289 – 294 drängten die Sarmaten gegen Pannonien. Nach der Mitte des 4. Jahrhunderts nahmen die Einfälle in Pannonien zu.
Nach der Niederlage Valens im Jahr 378 bei Adrianopel mussten Teile der Ostgoten und Alanen in der Provinz Pannonien angesiedelt werden. 401 zogen die Vandalen entlang der Donau nach Westen. 405 durchquerten die Ostgoten Teile des heutigen Österreichs auf dem Weg nach Süden. 407 hat sich der Westgote Alarich vor dem Marsch nach Süden in Teilen Noricums niedergelassen.
433 n. Chr. wurde die Provinz Pannonien an die Hunnen abgetreten. 460 n. Chr. traf der heilige Severins in Noricum ein. Er versuchte die romanische Bevölkerung zu schützen. 488 n. Chr. organisierte Hunwulf, der Bruder Odoakers, den Rückzug der verbliebenen Romanen (sofern diese wollten) nach Italien. Dies war das Ende des römischen Österreichs.
Virunum? (Magdalensberg)
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Um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. erreichte das Regnum Noricum seine grösste Ausdehnung. Dadurch erfuhr die wirtschaftliche Beziehung zum Mittelmeerraum – auch begünstigt durch den Gastfreundschaftsvertrag (Hospitium Publicum) aus dem Jahr 170 v. Chr. mit Rom – ihren Höhepunkt.
Um diese Zeit wurde die Siedlung auf dem Magdalensberg durch römische Händler erbaut. Vielleicht bestand ein sakraler Mittelpunkt der Noriker auf dem Gipfel. Aufgrund eines Inschriftfragments wird vermutet, dass diese Siedlung bereits den Namen Virunum trug.
Anfänglich bestanden vermutlich Schmelzplätze für norisches Eisen und einfache Unterkünfte. Bald darauf fand ein markanter Umbau statt. Es entstand eine rechteckige Platzanlage von 110 m Länge und 42 m Breite. Sie war seitlich von Tabernen und Wohnhäusern umsäumt und kann als Forum gedeutet werden.
Dann fanden schwerwiegende politische Umwälzungen statt. Die Alpenvölker wurden in den Jahren 16/15 v. Chr. unterworfen. Das Gebiet der Räter und Vindeliker westlich der Noriker wurde nach schweren Kämpfen von Rom besetzt. Wohl deshalb erfolgte die norische Landnahme fast ausnahmslos friedlich.
Dies hatte eine zusätzliche Aufwertung für die Siedlung zur Folge. Sie wurde zum politischen Mittelpunkt des römischen Ostalpengebietes.
Im Nordwesten des Forums wurde anstelle der Tabernen ein neues Gebäude erbaut. Nach weiteren Umbauten entstand daraus ein Praetorium. In tiberischer Epoche wurde ein Podiumstempel in der Mitte der Nordfront des Forums erstellt. Er war dem Kult Divus Augustus und Dea Roma geweiht. Eine Erweiterung in frühclaudischer Zeit blieb unvollendet. Buntmetallwerkstätten im Osten wurden durch Wohnhäuser ersetzt.
Die Siedlung wurde im Laufe der späten 40er Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. Die Bewohner zogen wohl mehrheitlich an den Fuss des Berges in das neu gegründete Municipium Claudium Virunum.
Auf dem Berggipfel bestand ungefähr seit dem Jahr 20. v. Chr. eine Befestigungsmauer. Diese wurde in spätaugusteischer-tiberischer Zeit wieder geschleift. Es könnte sich hier um einen Fürstensitz gehandelt haben. Hier bestand ebenfalls ein Heiligtum, welches bis in die Spätantike aufgesucht wurde.
Von der Siedlung sind das Forum, der Tempel, das Praetorium und auch viele Häuser zu sehen. Bei einem Komplex handelt es sich wohl um eine Art Herberge mit Bad.
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| Im Vordergrund sind die Tabernen des Forums sichtbar. Im Hintergrund befindet sich der Tempel und das Praetorium. |
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| In diesem Raum eines Hauses befand sich ein Schmelzofen mit Brunnen. |
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| Diese Statue wurde im Jahr 1502 n. Chr. in der Nähe des Berggipfels entdeckt. Das Original ist seit 1850 verschollen. |
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| Der letzte Umbau des Tempels wurde nicht vollendet. |
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| Diese Toranlage im Osten sollte die Stelle wohl nur architektonisch betonen. Die antike Strasse führte nicht weiter. |
Favianis (Mautern)
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Aufgrund der Funde geht man von einer ersten römischen Anwesenheit in flavischer Zeit (ab 69 n. Chr.) aus. Vom Holz-Erde-Kastell wurde jedoch bis heute noch nichts gefunden.
Eventuell bereits nach 140 n. Chr. wurde das Kastell in Stein umgebaut. Gegen Ende des vierten Jahrhunderts wurde die Nordfront gegen die Donau zu verlegt.
Später wurden in das erste Steinkastell Fächertürme – diese hatten die Form eines Fächers und standen von der Mauer ab – in den Ecken eingebaut. Beim spätantiken Kastell wurden zusätzlich Hufeisentürme – halbrunde Türme, welche von der Mauer abstanden – in die Seitenmauern eingebaut.
Es gibt jedoch auch Theorien, die besagen, dass die Nordfront früher bei der Donau lag und in der spätantike nach Süden verschoben wurde. In diesem Fall wäre der noch heute stehende Hufeisenturm nicht abgerissen wurden. Dies wird damit begründet, dass die überflüssigen Kastellmauern für die Zivilbevölkerung benutzt wurden.
Ausser dem erwähnten Hufeisenturm soll im Pfarrgarten ein Fächerturm der Nordwestecke erhalten sein. Der östliche Hufeisenturm soll durch ein Fenster des Nikolaihofes sichtbar sein.
Der Vicus (Lagerdorf) befand sich im Südosten und Osten des Kastells.
Der heilige Severins hatte hier ab 460 n. Chr. seinen Wohnsitz. Er verhandelte auch mit den Rugiern im Norden.
Es ist bekannt, das sich noch im fortgeschrittenen 5. Jahrhundert n. Chr. eine römische Besatzung in einem Restkastell in Favianis befand.
Auf der Strasse in Richtung Westen folgt das Dorf Mauternbach. Am Ende dieses Dorfes führt auf der rechten Seite ein Weg nach ca. 50 Metern zu einer römischen Strasse. Es handelt sich um einen Abschnitt der Verbindungsstrasse nach Ovilava (Wells).
An folgenden Orten in Richtung Westen sind noch die Überreste von Burgi (Wachttürmen) erhalten: Rossatzbach (Teile der Fundamente), St. Lorenz (ein Nachfolgebau nimmt den gleichen Grundriss ein) und in Bacharnsdorf (zum Teil über neun Meter hoch).
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| Die Südmauer des Wachtturmes ist beinahe bis unter das antike Dach erhalten. |
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| Ob diese Karrengeleise wirklich römisch sind oder später erstellt wurden, ist wohl nicht definitiv zu klären. |
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| Dieser Turm der westlichen Seitenmauer ist noch relativ hoch erhalten. |
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| Aufgrund der Löcher für die Zwischenböden ist zu erkennen, dass der Turm drei Stockwerke aufwies. |
Cetium (St. Pölten)
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Das Municipium Aelium Cetium wurde unter Publius Aelius Hadrianus gegründet. Dies vermutlich infolge seiner Inspektionsreise durch die Donauprovinzen im Jahr 122 n. Chr. Hier kreuzte die Strasse, welche von Ovilava (Wels) über Melk verlief, die Tragisamus (Traisen) und führte weiter nach Comagena (Tulln). Entlang der Tragisamus führte eine Vicinalstrasse. Diese kam von den Alpenpässen über Mariazell und führte weiter nach Favianis (Mautern). Im Kamptal erreichte sie das Barbaricum.
Cetium hatte offensichtlich keine nennenswerte Vorgängersiedlung. Der Ort wurde nach einem strengen Rastersystem angelegt. Es bestanden sieben Decumani (West-Ost-Strassen) und 5 Cardines (Nord-Süd-Strassen). Dies ergab ein System von 6 mal 4 Insuale.
Bis zu seinem Niedergang um 400 n. Chr. war Cetium immer eine zivile Siedlung ohne starke militärische Präsenz. Der Standort des Forums wird zwar aufgrund des Teilfundes eine Bauinschrift der Collegium Fabrum (städtische Handwerksgilde) vermutet. Infolge starker Überbauung konnte dort jedoch bisher nicht gegraben werden.
Die frühesten gefundenen Fachwerkbauten gehen vermutlich auf angesiedelte Veteranen der Donauarmee zurück. Nach einer Zerstörung während der Markomannenrkiege (um 170 n. Chr.) wurden viele Neubauten in Stein erstellt.
Nach einem erneuten Brand um 270 n. Chr. wurde die Stadt teilweise aufgegeben. Unter Flavius Valerius Constantinus (Constantin der Grosse) (309 – 337 n. Chr.) erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung mit vielen Neubauten. Umbauten sind auch unter den Söhnen Constantins (337 – 361 n. Chr.) regelmässig zu finden.
Mit einer kriegerischen Zerstörung unter Flavius Valentinianus (Valentinian I) (364 – 375 n. Chr.) beginnt im letzten Viertel des Jahrhunderts der rasche Abstieg. In verlassenen Wohngebieten wurden vereinzelt Tote bestattet.
Heute sind keine Überreste aus dieser Zeit mehr zu sehen. Beim Bau der Einstallhalle unter dem Rathaus wurden die dort gefundenen Häuser zerstört. Ein grosses Gebäude unter dem Domplatz wurde bis heute nicht zugänglich gemacht.
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| Der Verlauf des Decumanus Maximus lässt sich noch heute im Stadtbild erkennen. |
Teurnia (St. Peter in Holz)
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Erste Besiedlungsspuren auf dem Holzer Berg in St. Peter in Holz stammen aus dem 11. Jahrhundert v. Chr. Für eine weitergehende Besiedlung sprechen Funde aus den Jahren 750 und 500 bis 350 v. Chr.
Im 3. Jahrhundert siedelten sich die eingewanderten Kelten auf dem Hügel an. Nach der Besetzung Noricums im Jahr 15 v. Chr. wurde um 45 n. Chr. die Provinz Noricum ausgerufen. Teurnia erhielt mit der Ernennung zum Municipium das Stadtrecht.
Die Stadt wurde ausgebaut. Am Ostfuss des Hügels wurden zwei Terrassen für das Wohngebiet angelegt. Auf dem Hügel wurden das Forum, das öffentliche Bad und die Tempel gebaut.
Auch Teurnia wird unter den zahlreichen Germaneneinfällen ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. gelitten haben.
Spätestens in der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Provinzhauptstadt von Virunum nach Teurnia verlegt.
Bei der Wende vom 4. zum 5. Jahrhundert bot sich ein anderes Bild der Stadt. Die Wohnterrassen wurden nicht mehr benutzt. Es wurde wieder die Hügelkuppe bewohnt.
Teurnia wurde nun Tiburnia genannt. Auf dem Hügel wurde um 430 n. Chr. eine Bischofskirche erbaut. Nach einem Brand im 6. Jahrhundert wurde die Kirche vergrössert. Um 600 n. Chr. wurde sie bei der Einwanderung der Slawen durch Brand zerstört. Ab der Zeit der slawischen Besiedlung liegen keine Funde mehr vor.
Heute deuten nur noch wenige Überreste von der ehemaligen Stadt. Auf dem Hügel befinden sich die Mauern eines spätantiken Hauses. Daneben sind die Reste eines vorangehenden Hauses aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. zu sehen. Aufgrund der verschiedenen Grundrisse lag zwischen diesen zwei Häusern eine gewisse Zeitspanne.
Die erwähnte Bischofskirche ist ebenfalls in einem Schutzbau zu sehen. Daneben befindet sich ein Turm des Westtores der Stadtmauer. Diese stammt aus dem 5./6. Jahrhundert n. Chr. Die Fundamente der Nordmauer sind zum Teil im Wald sichtbar.
Im Tal unten sind die Reste der sogenannten Friedhofskirche zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Memorialkirche aus der Mitte oder zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. Im Laienraum befand sich ein erhalten gebliebenes Mosaik.
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| Im Bild sind sowohl Reste der älteren einschiffigen Kirche als auch der jüngeren mit drei Schiffen zu erkennen. |
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| In diesem Mosaik im Laienraum wird verschiedene christliche Symbolik vermutet. |
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| Dieses Haus könnte noch im 4. Jahrhundert n. Chr. entstanden sein. In der Bildmitte ist ein Teil des Praefurniums zu sehen. |
Augustiana (Traismauer)
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In diesem Ort wurde im späteren 1. Jahrhundert n. Chr. ein Holz-Erde-Kastell erstellt. Im 2. Jahrhundert n. Chr. erfolgte der Umbau in Stein.
Um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert n. Chr. wurden in den Ecken Fächertürme (hervorspringende Türme) und in die Seitenmauern (ebenfalls hervorspringende) Hufeisentürme eingebaut.
Im späteren 4. Jahrhundert bestand nur noch ein Restkastell in der Nordwestecke. Die restliche Fläche des Kastells wurde von der Zivilbevölkerung benutzt.
Es sind verschiedene Bauten erhalten. Das Wienertor, besonders Teile der Tortürme, stammen vom der ehemaligen Porta Principalis Dextra (Rechtes Lagertor). Die Fundamente des südwestlichen Fächerturms sind innerhalb eines – zurzeit unbewohnten – Gebäudes zu sehen. Vom südöstlichen Fächerturm sind die Fundamente durch ein Gebüsch zu erspähen. Das Heimatmuseum befindet sich in einem Hufweisenturm der Nordmauer. Dieser ist bis unter die Dachtraufe original erhalten. Das Schloss weist noch einige Mauerzüge des Nordwestturms und des Restkastells auf.
Unter der Pfarrkirche sind verschiedene Lagerbauten zu sehen: Ein Estrichboden der Mannschaftsunterkünfte des Holz-Erde-Kastells und Steinmauern der Principia des Steinkastells. Daraus ist auch zu erkennen, dass das Steinkastell einen anderen Grundriss aufwies.
Der Vicus (Lagerdorf) befand sind beidseits der Strasse nach Osten.
Der Ort wurde im späten 5. Jahrhundert verlassen und erst um 790 n. Chr. wieder besiedelt.
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| Dieser Turm befand sich in der Südwestecke. Die hier sichtbaren Fundamente – und der Turm – ragten über die Kastellmauern hinaus. |
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| Dieser Turm befand sich an der nördlichen Seitenmauer. Bei dieser Turmart ragten grosse Teile über die Kastellmauer hinaus. |
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| Der Boden («Helm») stammt von einer Mannschaftsunterkunft des Holz-Erde-Kastells. Die Mauer («Tempel») stammt von der Principia. |
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| Mindestens die Tortürme des heutigen Wienertors weisen noch die römische Substanz auf. |
Comagena (Tulln)
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Vom Kastell Comagena sind heute noch einige Überreste zu sehen. Beim Salzturm handelt es sich um einen Hufeisenturm der Westmauer. Die Porta Principalis Dextra (rechtes Lagertor) wurde in einem Schutzbau konserviert. Der südwestliche Fächerturm ist ebenfalls in einem Schutzbau zu sehen, wie auch ein kurzer Mauerzug der Südmauer. Weitere Züge dieser Mauer sollen in neuzeitlichen Häusern zu sehen sein.
Die vollständige Nordmauer verlief dort, wo heute die Donau fliesst.
Unter dem ehemaligen Minoritenkloster sind mittelalterliche Bauten konserviert worden. Hier wurden auch einige Gruben des Vicus (Lagerdorfs) entdeckt, welcher sich aber hauptsächlich im Süden des Kastells befand. Im Museum werden viele Funde aus dem Lager und dem Vicus gezeigt.
Bereits unter Marcus Ulpius Traianus (98 – 117) begann der Umbau des Holz-Erde-Kastells aus der (vermutlichen) Zeit Titus Flavius Domitianus (81 – 96 n. Chr.) in Stein.
Im späteren 4. Jahrhundert n. Chr. wurde das Kastell immer mehr von der Zivilbevölkerung bewohnt. Der Schutz erfolgt nur noch durch schwache Grenztruppen, welche am Schluss aus germanischen Foederaten rekrutiert wurden.
Das Kastell wurde vermutlich zurzeit der Rugierfeldzüge (487 / 488 n. Chr). verlassen. Die Wiederbesiedelung erfolgte vermutlich um 790 n. Chr.
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| In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. brannte dieses Tor ab. Bei der Restaurierung wurde die südliche (linke) Durchfahrt vermauert. |
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| Beim heute «Salzturm» genannten Turm, handelt es sich um einen Hufeisenturm – hervorstehenden Turm – der Westmauer. |
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| Hier handelt es sich um einen kleinen Ausschnitt der Südmauer. |
Virunum (Zollfeld)
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Das Minicipium Claudium Virunum wurde unmittelbar vor der Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Dabei wurde ein Rastersystem angewandt.
Die Nachfolgesiedlung vom Magalensberg wurde die Hauptstadt der Provinz Noricum. Der Sitz des prokuratorischen Statthalters befand sich ebenfalls hier.
Um das Jahr 170 n. Chr. wurde das einzige Legionslager der Provinz Noricum in Lauriacum (Enns/Lorch) erbaut. Der Amtssitz des neuen Praeses (prätorischen Statthalters) befand sich dort. Virunum blieb das Zentrum der Finanzverwaltung und des Kaiserkultes.
Unter der Reichsreform von Gaius Aurelius Valerius Diocletianus (284 – 305 n. Chr.) im Jahr 293 n. Chr. wurde die Provinz Noricum aufgeteilt. Im Norden entstand Noricum Ripense (Ufernorikum) und im Süden Noricum Mediterraneum (Binnennorikum). Lauriacum blieb die Hauptstadt von Noricum Ripense. Virunum wurde vermutlich – oder Celeia (Celje)? – die Hauptstadt von Noricum Mediterraneum.
Spätestens um die Mitte des 5. Jahrhunderts – oder schon 293 n. Chr.? – wurde die Hauptstadt von Virunum nach Teurnia (St. Peter in Holz) verlegt.
Vermutlich bis zum 6. Jahrhundert war Virunum noch Bischofssitz.
Obschon das Gelände der ehemaligen Stadt nicht überbaut ist, sind heute keine Überreste an der Oberfläche zu erkennen. Dies mit Ausnahme des Amphitheaters. Dieses kann zurzeit jedoch nicht betreten werden.
Vor dem Zollfeld ist der sogenannte Herzogstuhl aufgestellt. Dieser besteht zum Teil aus Spolien von Virunum. Auf ihm wurde im Mittelalter recht gesprochen.
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| Die Stadt befand sich in der Ebene vor dem Hügel. Das Amphitheater war an diesen angelehnt. |
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| Auf diesem Doppelstuhl erhielten die Herzöge von Kärnten Ihre Lehen. Zudem wurde Recht darauf gesprochen. |
Vindobona (Wien)
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Um die Mitte 1. Jahrhunderts n. Chr. war in Vindobona eine Abordnung der Legio XV, welche in Carnuntum stationiert war, anwesend. Dieser folgte unter Titus Flavius Domitianus (81 – 96 n. Chr.) die Ala I Flavia Augusta Britannica Miliaria Civium Romanorum Bis Torquatum Ob Virutum. Der Standort des Kastells dieser Auxiliareinheit wird auf der Freyung vermutet.
Die Ala Britannica wurde bald nach der Ankunft der Legio XIII in Vindobona im Jahr 96 n. Chr. abgezogen. Die Legio XIII begann mit dem Bau des Legionslagers, welcher durch die sie im Jahr 107 ablösende Legio XIV weitergeführt wurde. Der Bau wurde vermutlich erst von der Legio X fertig gestellt, welche ab 114 n. Chr. in Vindobona stationiert war.
Die Form des Legionslagers war dem Gelände angepasst. Der Nordteil wies beinahe die Form eines Dreiecks auf. Die Nordmauer von der nordöstlichen Ecke traf wenig nördlich vor der Porta Principalis Sinistra (linkes Lagertor) auf die Westmauer.
Das Lager brannte während der Markomannenkriege im Jahr 169 n. Chr. vollständig ab. Spätestens um 433 n. Chr., als die Hunnen in Pannonien siedelten, war das Lager zum grössten Teil verlassen und lag in Trümmern.
Vom Lager sind heute am Hohen Markt die Überreste von zwei Häusern von Tribunen konserviert worden. Die Scamnum Tribunorum (Häuserzeile der Tribunen) wurde anhand der geografischen Lager nördlich der Via Prinicpalis identifiziert. Unter der Feuerwehrzentrale «Am Hof» wurde unter der Via Sagularis (Strasse an der Lagerinnenmauer) ein Teil des Lagerhauptkanals konserviert.
Die Canabae (Lagervorstadt) entwickelte sich im Westen, Süden und Osten des Lagers. Davon wurden am Michaelersplatz – neben den Resten von jüngeren Bauten – Teile von zwei Häusern und ein Fundament eines Grab- oder Ehrenmonuments konserviert. Die Canabae wurde gegen Ende des 4. Jahrhunderts allmählich verlassen. Die Zivilbevölkerung bewohnte nun das Lager. Die maximale Einwohnerzahl der Canabae wird auf 15’000 – 16’000 geschätzt.
Die Zivilstadt befand sich im 3. Wiener Gemeindebezirk. Weder das Forum noch das Capitolium wurden bisher gefunden. Die Einwohnerzahl wird auf ca. 15’000 Personen geschätzt. Vermutlich wurde ab dem Ende des 4. Jahrhunderts ebenfalls die Zivilstadt verlassen. Die Bewohner zogen in das Lager.
Zum Territorium von Vindobona gehörten einige Steinbrüche, Ziegeleien, kleinere Ansiedlungen und Villae Rusticae. Unter der Kirche St. Johann wurde ein solcher Gutshof zugänglich gemacht. Dies trifft ebenfalls auf die Kirche St. Jakob zu.
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| Von diesem Haus der Canabae (Lagervorstadt) hat sich noch ein kleiner Teil der Wandbemalung erhalten. |
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Die vorgefundenen Tribunenhäuser weisen 4 Bauphasen auf:
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| Dieses Teilstück des Kanals nahm vermutlich die Abwässer aus dem südlichen Teil des Kastells auf. Die Kanalsohle ist mit Dachziegeln verlegt. |
Cannabiaca? (Zeiselmauer)
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Der lateinische Name des Kastells ist nicht gesichert. Es wird vermutet, dass es sich beim östlichsten Lager in Noricum, um das in der Notitia Dignitatum erwähnte Cannabiaca handelt.
Ein erstes Holz-Erde-Kastell wurde in den letzten Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts n. Chr. erstellt. Der Umbau in Stein wurde um die Mitte des 2. Jahrhunderts abgeschlossen.
Alle heute sichtbaren Bauten stammen aus Umbauten des späten 3., bzw. des 4. Jahrhunderts n. Chr. Dabei wurden zuerst die Ecktürme in Fächertürme und die Seitentürme in Hufeisentürme umgebaut.
Nach der Mitte des 4. Jahrhunderts wurde in der Nordwestecke ein turmartiges Restkastell erstellt. Der Rest der Kastellfläche wurde von der Zivilbevölkerung benutzt.
Der Vicus (Lagerdorf) befand sich westlich und südlich des Kastells.
Am Ende des 5. Jahrhunderts wurde der Ort verlassen und vermutlich um 790 n. Chr. wieder besiedelt.
Das Restkastell ist zum Teil noch meterhoch erhalten. Mauerreste des nordöstlichen Fächerturms sind ebenfalls zu sehen. Beim Körnerkasten handelt es sich um die ehemalige Porta Principalis Dextra (rechtes Lagertor). Unter dem Schulhaus sind zudem die Überreste eines Hufeisenturms der Südmauer konserviert worden.
Unter der Pfarrkirche wurden Teile der Principia gefunden. Diese Ausgrabung scheint jedoch noch nicht zugänglich zu sein.
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| Die Porta Principalis Dextra (rechtes Lagertor) wurde in den Körnerkasten umgebaut. Es soll noch ein Torbogen sichtbar sein. Dabei müsste es sich um den Bogen handeln, welcher knapp über dem heutigen Bodenniveau zu sehen ist. In diesem Fall wäre der antik begangene Boden tiefer gelegen. An der südlichen und nördlichen Seitenmauer ist zudem der Ansatz der Kastellmauer sichtbar. |
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| Dieser Fächerturm befand sich in der Nordostecke. |
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| Anstelle eines Fächerturms wurde in der Nordwestecke ein Restkastell für die verbleibenden Truppen erstellt. Die hoch erhaltenen Mauern gruppierten sich um einen Innenhof, dessen Fundamente noch erhalten sind. |


























































